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Darstellung Gregors I. aus dem 12. Jahrhundert.
Illustration der Flucht Gregors VII. aus Rom.

Das Papsttum war neben dem Kaisertum eine der beiden Universalmächte des europäischen Mittelalters. Die römischen Bischöfe gewannen – sich selbst in der Nachfolge der Apostel Petrus und Paulus sehend – von der Spätantike bis ins hohe Mittelalter zunehmend an Bedeutung.

Dies war jedoch kein linearer Prozess, sondern war zum einen von zahlreichen bedeutenden Päpsten, zum anderen von dunklen Phasen durchsetzt. Während über die ersten Päpste nur sehr wenig bekannt ist und man ausschließlich auf chronikalische Überlieferungen, besonders den Liber pontificalis, angewiesen ist, gewinnt das Papsttum ab dem 4. Jahrhundert nach dem Ende der Christenverfolgung und der sogenannten konstantinischen Schenkung zunehmend an Profil. Durch die Verlagerung des kaiserlichen Regierungssitzes von Rom nach Konstantinopel übernahm der römische Bischof auch entscheidende Funktionen in Verwaltung, Schutz (Leoninische Mauer) und Versorgung der Stadt. Die folgenden Jahrhunderte waren dennoch vor allem durch ein häufig spannungsgeladenes Verhältnis zum oströmischen Kaiser und den Patriarchen von Konstantinopel bestimmt. Einen Suprematsanspruch Roms gegenüber den anderen Patriarchaten (Alexandria, Antiochia, Konstantinopel und Jerusalem) konnte im Zeitalter der großen Konzilien zumindest nicht durchgesetzt werden, vielmehr spielte die römische Kirche in den theologischen Diskussionen über die Natur Christi meist eine gegenüber den Ostkirchen nachgeordnete Rolle. Heraus ragt in dieser Epoche der Pontifikat Gregors des Großen (590-604), von dem nicht zufällig ein Verzeichnis seiner Briefe erhalten ist.

Das Selbstverständnis der Päpste unterlag über die Jahrhunderte hinweg ebenfalls einem steten Wandel und gipfelte in den Forderungen des berühmten Dictatus papae Papst Gregors VII. von 1075. In diesem im Kontext des Investiturstreites verfassten und viel diskutierten Dokument werden die Machtansprüche des Papstes formuliert. Es ist eines der bedeutendsten Dokumente der Epoche des sogenannten Reformpapsttums ab der Mitte des 11. Jahrhunderts. Seit dieser Zeit war man in Rom bemüht, sich wieder seiner klerikalen Aufgaben zu besinnen und sich von dem vorangegangenen „dunklen Jahrhundert“ der Papstgeschichte abzugrenzen, in dem das Papsttum vor allem ein Spielball der lokalen Adelsfamilien war.

Doch mit dem Reformpapsttum endeten nicht die Verstrickungen mit der weltlichen Sphäre. Neben dem mittlerweile in der westlichen Christenheit allgemein anerkannten Suprematieanspruch in geistlichen Angelegenheiten hatten die Päpste entscheidenden Einfluss auf die Kreuzzüge und auch nach der Beilegung des sogenannten Investiturstreites durch das Wormser Konkordat 1122 kam es wiederholt zu Konflikten mit den röm.-dt. Königen, so besonders zwischen Papst Alexander III. und Kaiser Friedrich I.

Die Regesta Pontificum Romanorum tragen in erheblichem Maße dazu bei, die Rolle des Papsttums im Kontakt mit den verschiedensten Personen und Institutionen neu zu bewerten. So werden die niederen Ebenen der kirchlichen und weltlichen Hierarchie gleichrangig behandelt und die sogenannten Peripherien, derzeit vor allem die Iberische Halbinsel sowie die östlichen Kirchenprovinzen, eingebunden. Durch diese Ergebnisse ist in der Folge der Einfluss des Papsttums auf die Homogenisierung Europas auf vielen Ebenen wesentlich schärfer zu konturieren.